In Sicherheit

Ob in Alaska, Norwegen oder Russland: Industriearmaturen, wie sie in Chemieanlagen oder der Ölindustrie zum Einsatz kommen, sind in manchen Regionen extremer Kälte bis zu -55°C ausgesetzt. Doch nicht alle Industriearmaturen sind für den Betrieb bei extremer Kälte geeignet.

Vermeiden Sie Sicherheitsrisiken

Ungeeignete Industriearmaturen werden bei extremer Kälte zum großen Sicherheitsrisiko für die gesamte Anlage. Um das zu vermeiden, sollten Sie bei der Wahl Ihrer Industriearmaturen den Fokus auf diese drei Kriterien richten:

Die Materialauswahl

Es dürfen nur Materialien verwendet werden, die auch bei extremer Kälte einen sicheren und zuverlässigen Betrieb garantieren. Beispiel Gehäusewerkstoff: Während austenitische Edelstähle eine ausreichend hohe Tieftemperaturbeständigkeit aufweisen, sind andere Werkstoffe ungeeignet, da sie bei extremer Kälte leicht spröde werden – wie ferritische Stähle beispielsweise. In Verbindung mit dem hohen Druck, dem Industriearmaturen oft ausgesetzt sind, würde das schnell zu Beschädigungen und Leckagen führen.

Es besteht auch die Möglichkeit solche Stähle bei tiefen Temperaturen einzusetzen, aber hierzu muss im Einzelfall aber die Eignung in einem speziellen Verfahren nachgewiesen werden.

Die Gestaltung der Spindelabdichtung

Hier ist besondere Sorgfalt erforderlich, um eine leckagefreie, blasendichte Abdichtung zu ermöglichen. Denn gerade in diesem Bereich muss der Werkstoff eine besonders hohe Belastbarkeit aufweisen, weil er beständig sein muss sowohl gegenüber der extremen Kälte als auch gegenüber den Prozessmedien. Als Werkstoffe am besten bewährt hat sich hier PTFE, oder Graphit.

Bei Graphit gibt es jedoch folgendes zu beachten: Werden Graphitpackungen an feuchter Luft gelagert, lagern sich Spuren von Feuchtigkeit interlaminar ein. Wird nun die „feuchte Packung“ einer sehr tiefen Temperatur von -55°C ausgesetzt, dehnt sich die gefrierende Feuchtigkeit aus, was zu einer Erhöhung der Packungsverpressung und somit zu einem erhöhten Schaltmoment führt.

Spezielle Beschichtung im Bereich der Spindelgewinde

Übliche Ventile verlieren bei extrem niedrigen Temperaturen ihre Funktionsfähigkeit – sie lassen sich nicht mehr mühelos öffnen und schließen. Schuld daran ist u.a. der Schmierstoff, mit dem Ventile normalerweise versehen sind und der unter normalen Bedingungen für reibungsarme Bewegung sorgt. Viele Schmierstoffe sind jedoch aufgrund ihrer temperaturabhängigen Viskosität nicht für den Einsatz bei extremer Kälte geeignet. Die fatale Folge: es kommt zum „Einfrieren“ des Ventils. Ein „Einfrieren“ der Ventile kann durch die Verwendung spezieller Tieftemperatur-Schmierstoffe, oder eine spezielle Beschichtung im Bereich der Spindelgewinde anstelle des Schmierstoffes sehr zuverlässig verhindert werden. Diese spezielle Beschichtung sorgt für eine Trockenschmierung, die eine Beweglichkeit des Ventils auch bei extremer Kälte gewährleistet.

Sicherheit in Serie: Spezielle Industriearmaturen-Reihe für extreme Kälte

AS-Schneider hat als Spezialist für Industriearmaturen eine eigene Produktserie speziell für extreme Witterungsverhältnisse entwickelt. Für extreme Kälte bietet AS-Schneider beispielsweise ein breites Sortiment von Armaturen in Arctic Operations Ausführung an, darunter Ventile und Ventilblöcke. Die Industriearmaturen im Sortiment der Arctic Operations erfüllen alle oben aufgeführten Kriterien und sind bei vielen Anwendern in aller Welt bereits erfolgreich im Einsatz. Denn die Industriearmaturen der Arctic-Serien sind auch bei Temperaturen von minus 55 Grad Celsius noch problemlos einsetzbar.

(Bilder: © Fotolia / Evgenii; AS-Schneider)